Kieferorthopäden Münchner Freiheit
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Kieferorthopädie Dr. Schimdmer an der Münchner Freiheit

Feste Zahnspange

Die feste Zahnspange (Multiband Apparatur) ermöglicht eine sehr exakte Bewegung und Beeinflussung von Zähnen in die gewünschte Richtung und verspricht ein nachhaltiges Ergebnis. Sie eignet sich vornehmlich für Zahnkorrekturen an bleibenden Zähnen bei Kindern ab 12 Jahren und bei Erwachsenen.

Was ist eine feste Zahnspange?

Zahnspangen dienen in der Zahnmedizin als Hilfsmittel allgemein dazu, mögliche Fehlstellungen der Zähne oder des Kiefers zu beheben. Man unterscheidet verschiedene Arten von Zahnspangen, die jeweils spezifische Einsatzgebiete und Einsatzschwerpunkte haben. So wird etwa die lose (herausnehmbare) Zahnspange – der Träger kann sie selbst aus dem Mund herausnehmen und auch wieder einsetzen – schwerpunktmäßig bei Kindern eingesetzt, deren Kiefer sich noch in der Wachstumsphase befindet (Kieferregulierung).

Im Gegensatz zu losen Zahnspangen bleibt die feste Zahnspange für eine bestimmte Zeit dauerhaft im Mund. Ein Zeitraum von etwa 1,5-2 Jahren ist üblich. Es sind auch längere Behandlungszeiträume von bis zu 4 Jahren möglich je nach Schwere der Fehlstellung des Patienten. Die feste Zahnspange besteht aus mehreren Komponenten. Auf den Zähnen sitzen die sogenannten Brackets, die die Bögen, Gummiligaturen, Gummizüge und Federn halten.

Feste Zahnspangen bezeichnet man auch Multibandapparaturen oder Multibracketapparaturen.

Feste Zahnspange - Kieferorthopädie Dr. Schmidmer

Welche Komponenten hat eine feste Zahnspange?

Brackets verankern bei der festen Zahnspange die weiteren Teile wie zum Beispiel Bögen oder Bänder. Sie werden aus Metall, Kunststoff oder zahnfarbener Keramik gefertigt. Der Kieferorthopäde klebt oder zementiert die Brackets auf die Zahnvorderseite. Brackets verfügen über Schlitze – man spricht auch von Slots. In diesen Slots werden die Bögen befestigt. Eine spezielle Form von Brackets – sogenannte Lingual Brackets – können an der Zahninnenseite befestigt werden. Das macht das Tragen einer festen Zahnspange in einer dezenten Art und Weise möglich, die kaum eine ästhetische Beeinträchtigung während der Behandlung mit sich bringt.

Festsitzende Zahnspange Bracket - Kieferorthopädie Dr. Schmidmer

Die Bänder sind ringförmige Gebilde aus Stahl, die über die großen Backenzähne anstelle von Brackets gezogen und dann befestigt werden.

Bögen sind aus Draht bestehende Führungselemente. Sie geben die Grundrichtung der Korrektur vor. Eine Aktivierung der Bögen erfolgt während der Tragezeit einer festen Spange in regelmäßigen zeitlichen Abständen. Entlang der Bögen bewegen sich die mit Brackets versehenen Zähne wie Züge auf den Schienen.

Neben Bögen aus Stahl sind heute auch solche aus Nickel und Titan in Gebrauch. Diese Nickel-Titan-Bögen sind elastischer als Stahlbögen. Ihre erhöhte Flexibilität geht mit einer sehr kontinuierlichen Rückstellkraft einher. Ihr Einsatz ist sehr zahnschonend. Der Behandlungsverlauf mit Nickel-Titan-Bögen kann für den Patienten angenehmer sein als mit dem klassischen Stahlbogen, da die Kraft dann zwar anhaltend, aber elastischer erfolgt.

Gummiligaturen befestigen die Brackets am Bogen und Gummizüge zwischen Ober- und Unterkiefer und stellen die Verzahnung ein. Die feste Zahnspange sorgt auf diese Weise sehr effektiv für die notwendige Einstellung der Okklusion (Kontakt zwischen Unter- und Oberkiefer).

Welche Arten von festen Zahnspangen werden unterschieden?

Man unterscheidet feste Zahnspangen vor allem nach den verwendeten Brackets. Hier sind die bereits beschriebenen Metallbrackets, Kunststoffbrackets und Keramikbrackets möglich. Die fast unsichtbaren Keramikbrackets in der Farbe der Zähne machen das Tragen einer festen Zahnspange nach außen unauffälliger. Metallbrackets sind ästhetisch weniger ansprechend, allerdings kostengünstiger als Keramikbrackets. Kunststoffbrackets hingegen sind relativ weich und verfärben sich nach kurzer Zeit. Daher werden sie heutzutage nicht mehr verwendet. Im Bereich der Metallbrackets sind auch neue sogenannte SL-Brackets (selbstligierende Brackets oder Low-Friction-Brackets) beliebt. Dabei handelt es sich um spezielle selbstligierende Brackets ohne Gummiligaturen. Da sie kaum eine Reibungsfläche bieten und somit kein erheblicher Reibungsverlust auftritt, lassen sich mit ihnen mit leichten Krafteinsätzen schnelle Erfolge bei der Zahnkorrektur erzielen.

Welche Vorteile hat eine feste Zahnspange?

Eine feste Zahnspange ermöglicht lang anhaltende Korrekturen auch bei stärkeren Fehlbildungen. Sie kann selbst bei Erwachsenen erfolgreich angewendet werden. Die Präzision, mit welcher Korrekturen durchgeführt werden können, wird so von anderen Zahnspangen nicht erreicht. Im Vergleich mit der herausnehmbaren Zahnspange kommt es auch nicht zu Sprachschwierigkeiten. Eine feste Zahnspange lässt normales Sprechen zu, da sie nicht im Zungenbereich befestigt ist. Feste Zahnspangen können nicht vergessen oder verloren werden. Moderne Brackettechniken erlauben ästhetische Alternativen bei der festen Zahnspange, die fast unsichtbar sind.

Was muss bei der festen Zahnspange beachtet werden?

Ohne Zweifel stellt eine feste Zahnspange hohe Ansprüche an die Zahnpflege und Mundhygiene. Nach jeder Mahlzeit müssen die Zähne gründlich gereinigt werden, um alle Speisereste aus den Brackets und anderen Teilen der Spange sowie von den Zähnen zu entfernen. Der Einsatz von Spezialbürsten für Zahnzwischenräume und Brackets, elektrischen Zahnbürsten, Zahnseide und Plakkfärbematerial sind zu empfehlen. Zahnbelege sollten nach jeder Mahlzeit entfernt werden. Eine Zahnpasta mit angemessenem Fluorgehalt ist Pflicht.

Die Zahnspange an sich schädigt den Zahnschmelz nicht, allerdings kann ein Zahnbelag schädlich sein. Der Zahnbelag beinhaltet Bakterien, die durch ihre Säureentwicklung den Zahnschmelz angreifen, wenn dieser nicht gründlich nach jeder Mahlzeit entfernt wird. Wenn gewünscht, kann der Zahnschmelz im Bereich um die Brackets versiegelt werden (Bracketumfeldversiegelung) um den Zahnschmelz vor dem schädlichen Zahnbelag zu schützen.

Was darf man mit einer festen Zahnspange essen/ nicht essen?

Die Brackets werden mit einem speziellen Klebstoff auf die Zähne aufgeklebt. Ein Sekundenkleber kann hier natürlich nicht verwendet werden, da man die Brackets zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernen möchte, ohne den Zahnschmelz zu verletzen. Da die Brackets aus diesem Grund nicht so fest aufgeklebt werden können, gilt besondere Vorsicht beim Verzehr besonders harter Lebensmitteln, wie z. B. Nüssen, knuspriger Brotrinde oder Knuspermüsli. Auch Kaugummis, Gummibärchen oder Kaubonbons sind zu vermeiden, ansonsten gehen die Brackets ab und man muss immer wieder zur Reparatur in die Praxis kommen.

Wie wird eine feste Zahnspange in den Mund eingesetzt?

Die feste Zahnspange wird nach vorherigen Röntgenaufnahmen und Abdrücken vom Kieferorthopäden geplant. In einer etwa zweistündigen Behandlung werden die Brackets und Bänder aufgebracht, geklebt oder zementiert. Der erste Bogen wird einligiert. Schließlich erhält der Patient oder die Patientin eine Unterweisung in die erforderliche Mund- und Zahnpflege und erhält einen Termin für die erste Kontrolle der Apparatur. Die Gewöhnungsphase dauert ungefähr drei bis sieben Tage.

Was ist nach einer Behandlung mit der festen Zahnspange zu beachten?

Nach dem Entfernen der festen Zahnspange wird meistens nachts eine herausnehmbare Retentionsspange verordnet. Auch ein sogenannter Retainer (kleiner, nicht sichtbarer Draht an der Zahnrückseite der Frontzähne) ist üblich, um Korrekturen und Ergebnisse langfristig stabilisieren zu können.

Neben diesen – mehr oder weniger sichtbaren – festen Zahnspangenarten gibt es auch völlig unsichtbare Lösungen.

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