Fragen und Antworten

Dr. med. dent. Katalin Schmidmer beantwortet Ihnen die wichtigsten Fragen rund um das Thema “Kieferorthopädie”.

Ist Ihre Frage nicht dabei, oder wünschen Sie einen Beratungstermin? Kontaktieren Sie uns in unserer Praxis an der Münchner Freiheit! Wir sind gerne für Sie da!

An wen sollte man sich wenden, wenn man eine Zahnspange benötigt?

Auch wenn es bei einer kieferorthopädischen Behandlung hauptsächlich um die Ästhetik geht, ist die Kieferorthopädie ein sehr anspruchsvolles Feld in der Zahnmedizin. Deswegen sollte bei jeder notwendigen Behandlung auch ein qualifizierter Facharzt zu Rate gezogen werden – dies setzt ein 5-jähriges zahnmedizinisches Studium mit einer anschließenden 4-jährigen kieferorthopädischen Facharztausbildung voraus. Außerdem ist es für eine erfolgreiche Behandlung wichtig, dass alle Zahn- und Kieferfehlstellungen nach den neuesten und modernsten Behandlungsmethoden korrigiert werden. Patienten mit einem kieferorthopädischen Problem sollten deshalb unbedingt darauf achten, sich an einen Facharzt für Kieferorthopädie oder an einen Kieferorthopäden zu wenden. Die mehrjährige und intensive Ausbildung zum Kieferorthopäden zeigt, dass das notwendige Fachwissen sehr umfangreich ist. Daher kann nur ein Facharzt für Kieferorthopädie oder ein Kieferorthopäde eine kieferorthopädische Behandlung fachgerecht durchführen und ein optimales Ergebnis erzielen.

Mehr zu dem Thema „Worauf Sie bei der Wahl Ihres Kieferorthopäden achten sollten„.

Welcher Arzt ist wirklich Spezialist für den Bereich Kieferorthopädie?

Wer einen Spezialisten für Kieferorthopädie sucht, sollte sich gründlich über die verschiedenen Qualifikationsbezeichnungen informieren.

Doch ausschließlich bei einem Kieferorthopäden (= Fachzahnarzt bzw. Fachzahnärztin für Kieferorthopädie) können Sie sich sicher sein, dass er bzw. sie das gesamte Fachwissen der Kieferorthopädie beherrscht und diesbezüglich eine langjährige, spezialisierte Ausbildung mit anschließender Facharztprüfung absolviert hat.

Was unterscheidet den Kieferorthopäden (= Fachzahnarzt für Kieferorthopädie) vom normalen Zahnarzt?

Nur der Kieferorthopäde bzw. die Kieferorthopädin hat die vierjährige kieferorthopädische Weiterbildung absolviert, die in eine Fachzahnarztprüfung mündet, und dadurch einen fachlich anerkannten Nachweis erhalten, dass er oder sie das gesamte Spektrum der kieferorthopädischen Behandlungen beherrscht. Einzig eine solch durchgeführte Fach-Zahnarzt-Prüfung berechtigt das Führen des Titels „Kieferorthopäde/-in“ oder “Fachzahnarzt / Fachzahnärztin für Kieferorthopädie”. Ein Fachzahnarzt für Kieferorthopädie ist somit ein durch eine Fachzahnarztprüfung spezialisierter Zahnarzt.

Was ist ein „Master of Science – Kieferorthopädie“?

Der “Master of Science – Kieferorthopädie” kann von einem Allgemein-Zahnarzt durch den Besuch eines Lehrgangs an einer ausländischen Privat-Universität erworben werden. Laut der deutschen Bundeszahnärztekammer sind durch Absolvierung des Master-Studiengangs allerdings “nicht die Vorgaben und Voraussetzungen der deutschen Landeszahnärztekammern erfüllt, um sich anschließend zur Fachzahnarztprüfung anzumelden”. Es handelt sich bei der Bezeichnung “Master of Science – Kieferorthopädie” daher um eine nebenberufliche Fortbildung eines Zahnarztes.

Was ist ein Zahnarzt mit “Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie”?

Die Bezeichnung “Tätigkeitschwerpunkt Kieferorthopädie” führen Zahnärzte, die einen Teilbereich ihrer Berufstätigkeit als Tätigkeitschwerpunkt gegenüber der Zahnärztekammer angezeigt haben und diesen auf ihrem Zahnarztschild angeben dürfen. Diese Zahnärzte haben allerdings keine 4-jährige Fachzahnarztausbildung in der Kieferorthopädie absolviert und wurden nicht durch die Zahnärztekammer in einer Fachzahnarztprüfung geprüft.

Sie sollten also mit Bedacht entscheiden und sich versichern, dass Sie oder Ihr Kind von einem über Jahre weitergebildeten Fachzahnarzt für Kieferorthopädie behandelt werden.

 

Wie kann man Zahn- und Kieferfehlstellungen bei Kindern vorbeugen?

Häufig sind Kieferfehlstellungen angeboren, d.h. sie lassen sich nicht direkt vorbeugen. Jedoch werden viele Fehlstellungen auch im Kleinkindalter etwa durch Daumenlutschen oder Schnuller verursacht. In der Regel treten zwei Fälle auf: Entweder treffen ein schmaler Kiefer und breite Zähne oder ein breiter Kiefer und schmale Zähne aufeinander. Im ersten Fall haben die Zähne nicht genügend Platz und überlappen deshalb. Im zweiten Fall bilden sich Lücken zwischen den Zähnen. Faktoren, wie die Kiefergröße, Zahnbreite und Rück- oder Vorverlagerungen des Kiefers sind in der Regel angeboren, die jedoch durch äußere Einflüsse wie das Daumenlutschen verstärkt werden. Wobei die Auswirkung derartig äußerer Einflüsse stark von der Dauer oder Intensität abhängt: Lutscht etwa ein Kind im Alter von zwei, drei Jahren am Daumen hat dies eine geringere Auswirkung als das gleiche Verhalten bei einem Neun- oder Zehnjährigen.

In welchem Alter sollten kieferorthopädische Behandlungen idealerweise durchgeführt werden?

In einigen Fällen sollte die Korrektur der Zahnfehlstellung bereits in sehr frühem Alter begonnen werden, d.h. wenn sich die ersten bleibenden Zähne im Mund befinden (mit ca. 6 Jahren). Solch frühe Maßnahmen sind jedoch in der Regel nur in Ausnahmefällen notwendig, etwa bei Vorhandensein eines Kreuzbisses. Derartige gravierende Fehlstellungen des Kiefers sollten demnach bei frühzeitiger Erkennung behoben werden.

Liegen andere kieferorthopädische Fehlstellungen vor, wie etwa engstehende Zähne, ein schmaler Kiefer oder nicht angelegte Zähne, wird eine kieferorthopädische Behandlung in der Regel im Alter von 9 bis 10 Jahren begonnen. Ein ausschlaggebenderer Faktor ist hier jedoch nicht das Alter des Kindes sondern vielmehr das der Zähne. Hierzu muss vorab festgestellt werden, wie weit der Zahnwechsel fortgeschritten ist, da dieser bei manchen Kindern bereits früher als bei anderen einsetzt. Wer sicher gehen möchte, wann der richtige Zeitpunkt erreicht ist, um mit einer kieferorthopädischen Behandlung zu beginnen, sollte mit seinen Kindern in regelmäßigen Abständen zum Zahnarzt gehen, um frühzeitig feststellen zu können, ob eine entsprechende Indikation vorliegt.

Welche Patienten können eine kieferorthopädische Behandlung durchführen lassen und welche Einschränkungen gibt es?

Erste Einschränkungen entstehen häufig aus finanziellen Gründen. So muss ein Patient, der nicht versichert ist, die anfallenden Behandlungskosten selbst tragen. Des Weiteren übernehmen bei versicherten Personen nicht alle Krankenkassen die Kosten, da für eine vollständige Kostenübernahme stets eine medizinische Indikation vorliegen muss, was bedeutet, dass eine Behandlung aus medizinischen Gründen gerechtfertigt sein muss. Ist der Wunsch nach einer Korrektur der Fehlstellung rein ästhetischer Natur, werden die Kosten von der Krankenkasse nicht übernommen. Gerade bei Patienten, die gesetzlich versichert sind, kann die Frage nach der medizinischen Notwendigkeit zu einer problematischen Angelegenheit werden, da die Grenze zwischen medizinischer und ästhetischer Notwendigkeit in vielen Fällen sehr gering ist. Übernimmt die Krankenkasse jedoch die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung, so trägt sie diese zu 100 Prozent. Daneben gibt es in der Regel nur geringe Einschränkungen. Jedoch sind manche Kinder aber auch einige Erwachsene nicht behandlungsfähig, wenn sie nicht selbst in der Lage sind, ihre Zähne gut zu pflegen. Dieser Aspekt ist jedoch im Zuge einer kieferorthopädischen Behandlung unverzichtbar.

Müssen Zähne für eine kieferorthopädische Behandlung gezogen werden?

Nein, heutzutage ist das extrahieren von gesunden Zähnen in den allermeisten Fällen nicht mehr notwendig! Früher war es Standard vier gesunde Zähne zu ziehen, um Engstände im Kiefer zu beheben. Dies stellte damals die einfachste und schnellste Methode dar, um Platz zu schaffen. Heutzutage ist diese Ansicht wissenschaftlich längst überholt. Zahn-Engstände können in den meisten Fällen bei Kindern und Erwachsenen mit modernsten Techniken korrigiert werden, ohne gesunde Zähne ziehen zu müssen. Das Entfernen von Zähnen rein aus Platzmangel sollte heutzutage nach Möglichkeit aus mehreren Gründen vermieden werden:

Jeder Zahn, der uns von Natur aus gegeben ist, ist wertvoll und sollte erhalten werden. Noch wichtiger ist allerdings, dass das Entfernen der Zähne sich in vielen Fällen nachteilig auf das ästhetische Erscheinungsbild des Gesichtes auswirken kann. Durch die Reduzierung der natürlichen Anzahl der Zähne kann sich die Gesichtsform des Patienten negativ verändern. Das Gesichtsprofil von Patienten, die früher im Teenageralter mit Zahnextraktionen behandelt werden mussten, erscheint uns bereits in jungem Erwachsenenalter „eingefallen“ und „alt“. Ein harmonisches Gesicht und ein junges Aussehen sind geprägt von einer ausgewogenen Kieferform, welche die Anzahl der Zähne enthält, die die Natur vorgesehen hat. Die heutigen Behandlungsergebnisse überzeugen mit harmonischeren, schöneren Gesichtsprofilen der Patienten.

Wie kann man schon frühzeitig das Kieferwachstum positiv für die Behandlung nutzen?

Man kann das natürliche Wachstum des Menschen und speziell seines Kiefers durch kieferorthopädische Maßnahmen anregen und unterstützen. Ab einem Alter von etwa neun Jahren kann man bereits feststellen, ob bei unbeeinflusstem Kieferwachstum sämtliche Zähne einen Platz im Kiefer finden werden. Bei Bedarf kann das Kieferwachstum mit einer herausnehmbaren Zahnspange gefördert werden.

Feste Zahnspange oder herausnehmbare Zahnspange – Welche ist wann geeignet?

Für die Regulierung, Formung und Unterstützung des Kieferwachstums dienen herausnehmbare Zahnspangen. Um die Zähne jedoch zu regulieren, werden feste Zahnspangen eingesetzt. Die beiden Zahnspangenarten übernehmen demnach zwei völlig verschiedene Aufgaben. So ist eine Zahnregulierung mit einer festen Zahnspange erst dann machbar, wenn bereits alle bleibenden Zähne vorhanden sind. Eine herausnehmbare Zahnspange wirkt dagegen nur, wenn noch Milchzähne im Kiefer vorhanden sind. Gerade der Zeitraum, in dem der Wechsel von den Milch- zu den bleibenden Zähnen stattfindet und sich der Kiefer noch im starken Wachstum befindet, sollte für eine kieferorthopädische Behandlung mit einer herausnehmbaren Zahnspange genutzt werden. Dies ist etwa bis zu einem Alter von 12 Jahren möglich, danach lässt sich der Kiefer auf diese Weise kaum noch verändern. In vielen Fällen liefert die Kombination einer herausnehmbaren und festen Zahnspange die besten Ergebnisse. Hier wird zuerst der Kiefer vergrößert und seine Lage so verändert, dass genug Platz vorhanden ist. Danach können die Zähne gerade gestellt werden.

Wie bekommt man Kinder dazu beim Tragen ihrer herausnehmbaren Zahnspange mitzuarbeiten?

Während anfangs für die meisten Kinder die Zahnspange und die dazugehörige farbige Spangendose noch als positiv wahrgenommen werden, baut sich diese Begeisterung mit der Zeit schnell ab. So kommt es meist vor, dass viele Kinder bereits nach einigen Wochen die Zahnspange nicht mehr tragen möchten. Gerade dann sind die Eltern gefragt: Hier ist es wichtig, dass diese darauf achten, dass ihre Kinder die Zahnspange auch regelmäßig tragen. Schließlich sollte am Ende das gewünschte Ergebnis eintreten, was jedoch nur gelingen kann, wenn Kinder und ihre Eltern zusammenarbeiten. Dabei ist es also besonders wichtig stets das Ziel der Behandlung, d.h. schöne und gerade Zähne, im Auge zu behalten und so die Kinder zu motivieren.

Reicht es, die herausnehmbare Zahnspange nur in der Nacht zu tragen?

Auch wenn das verlockend klingen mag – Eine Korrektur mit einer herausnehmbaren Zahnspange führt nicht zu dem angestrebten Ziel, wenn diese lediglich nachts getragen wird. Schließlich wächst der Kiefer 24 Stunden. Wenn man also lediglich acht bis zehn Stunden schläft und die restliche Zeit die Zahnspange nicht trägt, wird der Kiefer nicht ausreichend reguliert bzw. bleibt in dieser Zeit unbeeinflusst. Aus diesem Grund muss eine herausnehmbare Zahnspange so viel wie möglich, d.h. tagsüber und nachts getragen werden, sodass man auf etwa eine Tragedauer von 16 Stunden pro Tag kommt, wobei diese Zeitangabe je nach Grad der Fehlstellungen auch etwas anders ausfallen kann. In der Regel jedoch lässt sich mit einer Tragedauer von 16 Stunden pro Tag und der richtigen Zahnspange fast alles erreichen. So ist es auch in Ordnung, wenn Kinder ihre Spange während der Schulzeit nicht tragen, sie jedoch direkt nach dem Mittagessen bis zum nächsten Tag fast durchtragen, was auch bedeutet, dass diese während der Hausaufgaben oder dem Fernsehen im Mund behalten werden sollte. Wer sich daran hält, kann die erforderlichen 16 Stunden in der Regel gut einhalten.

Unsichtbare feste Zahnspangen: Welche Vor- und Nachteile bietet die Lingualtechnik?

Gerade für Erwachsene liegen die Vorteile der sogenannten Lingualtechnik klar auf der Hand: Da die Brackets auf der Innenseite der Zähne befestigt werden, sind diese für andere Personen kaum oder gar nicht sichtbar. Jedoch ist dies auch der einzige Vorteil: So ist zunächst festzuhalten, dass diese Form der Zahspange wesentlich kostenintensiver als die “normale” bzw. labiale Variante ist, bei der die Brackets auf der Außenseite der Zähne befestigt sind. Des Weiteren kann die Sprache bei der Lingualtechnik stark beeinträchtigt sein, da die Zunge beim Reden ständig gegen die Spange stößt, was nicht nur unangenehm sein kann, sondern einen oftmals dazu zwingt das Sprechen “neu” zu erlernen. Ein weiterer Nachteil ist die Reinigung der Zahnspange: Durch die Verschachtelung und Position der Brackets und der Spange stellt sich die Reinigung der Zähne als wesentlich schwieriger und langwieriger dar. Neben den bereits genannten Nachteilen dauert die Behandlung mit der Lingualtechnik in der Regel auch länger als mit der Labialtechnik.

Welche Möglichkeiten gibt es – außer der Lingualtechnik – um eine möglichst unauffällige Zahnkorrektur durchzuführen?

Eine Möglichkeit, um die Zahnspange so unauffällig wie möglich zu gestalten, ist bei den Brackets auf Keramikmaterial zu setzen, das der Farbe der eigenen Zähne gleicht. Auf diese Weise ist die Zahnspange zwar nicht “unsichtbar” jedoch bereits wesentlich weniger auffällig. Zwar sind Zahnspangen aus Keramik genauso effektiv wie welche aus Metall, jedoch sind hier die Kosten etwas höher, jedoch günstiger als die Lingualspange.

Invisalign: Zähne unsichtbar mit durchsichtigen, herausnehmbaren Schienen korrigieren – Wie effektiv sind diese Zahnspangen?

Auch wenn das Invisalign-System für viele als optimale Lösung angesehen wird – die Zahnkorrektur findet sozusagen auf “unsichtbare” Weise statt – können leider nicht alle Zahnfehlstellungen auf diese Weise behoben werden. So werden durch die Invisalign-Schienen die Zähne nicht vollständig im Kiefer bewegt, sondern lediglich die Zahnkronen gekippt. Auf diese Weise wandert die Zahnwurzel nicht an die Stelle, wo der Zahn eigentlich hingehört.

Aus diesem Grund eignet sich die unsichtbare, herausnehmbare Zahnspange lediglich für leichte Veränderungen. Welche Zahnfehlstellung mit Invisalign korrigiert werden kann und für welche eine andere Methode notwendig ist, kann man beim ersten Beratungsgespräch mit der Kieferorthopädin abklären.

Ist die Stabilisierung (Retention) der Zähne nach der Behandlung bei allen notwendig?

Jeder Patient benötigt, nachdem er eine Zahnspange zur Korrektur der Zähne getragen hat, eine Stabilisierung. Der Grund: Die Zähne werden während der Behandlung durch den Knochen bewegt und sind kurz nach dieser Zeit noch locker, sodass sie sich erst noch in ihrer neuen Position festigen müssen und der Knochen nachwachsen muss. Findet keine Stabilisierung statt, gehen die Zähne wieder in ihre ursprüngliche Position zurück. So ist die Stabilisierung nach der Behandlung entscheidend dafür, dass das Resultat dauerhaft ist. Dabei gilt, dass je länger eine Stabilisierung durchgeführt wird, desto schöner und stabiler das endgültige Ergebnis ist.

Wie läuft die Stabilisierung der Zähne (Retention) ab?

Nachdem die feste Zahnspange herausgenommen wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten die Zähne zu stabilisieren: Entweder man greift auf herausnehmbare oder auf festsitzende Lösungen zurück. Bei letzteren handelt es sich um sogenannte “Kleberetainer”, Drähte, die dauerhaft hinter den unteren Schneidezähnen befestigt werden. Gerade die unteren Schneidezähnen verschieben sich am ehesten wieder zurück in ihre Ausgangsposition. Ein möglicher Nachteil, der sich aus der festen Lösung der Zahnstabilisierung ergibt, ist, dass sich an der Stelle, an der der Draht befestigt ist, leichter Zahnstein entstehen kann. Dessen sollte man sich bewusst sein und daher an dieser Stelle besonders gründlich die Zähne putzen.

Für den Oberkiefer bekommt man in der Regel eine herausnehmbare Zahnspange für die Stabilisierung der Zähne. Oftmals handelt es sich hierbei um eine durchsichtige Schiene, die man am besten so oft und lange wie möglich trägt, um das Ergebnis bestens zu stabilisieren.

Wie kann man selbst dazu beitragen, dass die Behandlung zu dem gewünschten Ergebnis führt?

Um so schnell wie möglich zu dem gewünschten Ergebnis einer kieferorthopädischen Behandlung zu gelangen, ist es besonders wichtig, dass man als Patient mitarbeitet. Bspw. ist es bei einer festen Zahnspange erforderlich zuhause Gummizüge einzuhängen, um schneller zu schön sitzenden Zähnen zu gelangen. Je konsequenter derartige Maßnahmen eingehalten werden, desto schneller kommt der Patient ans Ziel. Hierbei ist es besonders wichtig nicht die Geduld zu verlieren, auch wenn die Zahnkorrektur, je älter man ist, langsamer abläuft. Bei Kindern geht dies noch wesentlich zügiger. Wer also am Ende der Behandlung schöne, gerade und gesunde Zähne haben möchte, muss geduldig sein, mitarbeiten und die Behandlung nicht frühzeitig abbrechen. Früher oder später kommt so jeder ans Ziel.

Feste Zahnspange: Was muss man bei der Reinigung der Zähne beachten?

Während der Behandlungszeit mit einer festen Zahnspange ist die richtige Zahnreinigung das A und O. Denn durch die Brackets, die auf der glatten Zahnoberfläche angebracht sind, kann sich Zahnbelag wesentlich leichter ansetzen. Putzt man diesen nicht gründlich genug mit der Bürste weg können gerade am Rand der Brackets mit der Zeit die Zähne entkalken. Wird die Zahnspange dann entfernt, sind die Stellen, an denen sich der Zahnbelag rund um die Brackets gebildet hat, deutlich sichtbar. Da man gegen derartige entkalkte Stellen kaum was unternehmen kann bzw. lediglich starke Fluoridierungen helfen, ist die richtige Zahnpflege während der kieferorthopädischen Behandlung sehr wichtig. Das wiederum bedeutet auch, dass Personen, die Schwierigkeiten mit der gründlichen Mund- und Zahnhygiene haben, nicht geeignet sind, feste Zahnspangen zu tragen. So kommt es immer wieder vor, dass Dr. Schmidmer die Behandlung mit der festen Zahnspange abbrechen müssen, wenn die Zähne nicht ausreichend gepflegt sind.

Feste Zahnspange: Wie reinigt man die Zahnzwischenräume am besten?

Trägt man eine feste Zahnspange, kann Zahnseide weiterhin benutzt werden, was am effektivsten gegen Speisereste zwischen den Zähnen ist. Mit einem Kleberetainer an den unteren Schneidezähnen ist dies jedoch nicht möglich, da ein Draht die Zähne verbindet.

Feste Zahnspange: Welche Hilfsmittel gibt es noch für die optimale Zahnreinigung?

Elektrische Zahnbürsten eignen sich für die Reinigung der Zähne besonders gut, wenn man eine feste Zahnspange trägt. Zudem können auch Zahnzwischenraumbürsten dazu verwendet werden, die Flächen, die sich zwischen den Brackets und dem Draht befinden, besser zu reinigen, zumal die normale Zahnbürste nicht an diese Bereiche herankommt. Zusätzlich dazu sind Fluoridierungen besonders wichtig sowie der Gebrauch von Fluor-Gels und fluoridhaltigen Zahnpasten, um die Zähne zu remineralisieren.

 

Feste Zahnspange: Worauf sollte man bei der Ernährung achten?

Wer eine feste Zahnspange trägt, sollte zucker- und säurehaltige Getränke meiden. Dies gilt grundsätzlich auch für Fruchtsäfte, da die darin enthaltene Säure die Zähne entkalken und die Bildung von Zahnbelägen fördert. Ebenso zuckerhaltige Getränke werden durch die Zersetzung von Bakterien im Mund zu Säuren. Problematisch ist, dass süße und saure Getränke oft über den ganzen Tag verteilt getrunken werden, sodass stetig neue Säure hinzukommt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass gerade nach derartigen Getränken oder Mahlzeiten, wie etwa Süßigkeiten, die Zähne geputzt werden. Da man sich jedoch nicht nach jedem Getränk die Zähne putzt, sollte auf das Trinken von Limonade und Co. während der gesamten Zeit des Zahnspangentragens verzichtet und besser auf Wasser und ungesüßten Tee umgestiegen werden.

Wie gut ist eine professionelle Zahnreinigung für Zahnspangenträger?

Oft wird die Wichtigkeit der professionellen Zahnreinigung während des Zeitraums einer kieferorthopädischen Behandlung überschätzt. Zwar sind die Zähne direkt nach der professionellen Reinigung sauber und der Zahnstein entfernt, jedoch siedeln sich bereits am nächsten Tag schon wieder erste Zahnbeläge an. Diese muss man dennoch jeden Tag selbst wegputzen.

Wie sollten Kinder ihre Zahnpflege betreiben, wenn sie eine Zahnspange tragen?

Wenn Kinder eine feste Zahnspange tragen, ist es wichtig, dass sie sich die Zähne nach jeder Mahlzeit putzen. Häufig werden die Zähne jedoch nur nach dem Frühstück und dem Abendessen gereinigt, da viele das Mittagessen in der Schule zu sich nehmen. Hier ist es empfehlenswert, dass Eltern ihren Kindern eine Zahnbürste mit in die Schule geben, um sich dort die Zähne – wenigstens oberflächlich – zu putzen. Zusätzlich sollten die Zähne mindestens einmal am Tag mit einer Zahnzwischenraumbürste gereinigt werden.

Zahnspangen vor Zahnprotesen: Zahnspangen werden immer öfter im Vorfeld einer prothetischen Versorgung empfohlen. Für wen ist so eine präprothetische kieferorthopädische Behandlung geeignet?

Bei der präprothetischen Kieferorthopädie geht es darum, die Zähne so zu begradigen, dass eine prothetische Versorgung anschließend optimal möglich ist. Gerade für Menschen, die einen Zahn, etwa durch Karies oder einen Unfall verloren haben oder bei denen sich ein Zahn gar nicht erst gebildet hat, ist eine derartige Maßnahme sinnvoll. Denn lässt man eine solche Lücke nicht direkt schließen, kann das dazu führen, dass die angrenzenden Zähne in die Lücke hineinwandern und diese so nicht mehr breit genug ist, um einen künstlichen Zahn zu platzieren. In diesem Fall ist demnach eine präprothetische kieferorthopädische Behandlung notwendig.

Welche Nebenwirkungen oder Nachteile können mit dem Tragen einer Zahnspange einhergehen?

Trägt man eine feste Zahnspange kann es zu Entkalkungen an den Rändern der Brackets kommen, die mit der Zeit zu Karies führen können.

Welche Vorteile hat das Tragen einer Zahnspange neben der verbesserten Optik noch?

Die Korrektur einer Zahnfehlstellung bringt nicht nur ästhetische Vorteile mit sich, sondern ist gerade auch für die Gesundheit förderlich. So hängen Kiefergelenk, Nacken, Schultern und Rücken direkt miteinander zusammen. Verändert man die Zahnstellung mit einer kieferorthopädischen Behandlung, kann sich das demnach auf andere Bereiche des Körpers bzw. des Skeletts auswirken. Durch die korrekte Bisslage wird das Kiefergelenk entlastet, sodass sich dadurch Verspannungen lösen und damit verbundene Kopfschmerzen beheben lassen können.

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